Social Signals – oder OMCap 2011

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(FYI: Der Artikel ist schwer alt…)

Die OMCap 2011 ist rum und nach dem Wochenende schaffe ich es nun wohl auch, einen Recap zu schreiben. Viele waren schon vor mir damit fertig. Andreas sogar schon, während wir anderen noch am net(t)worken waren. Aber zum Anfang.

Ich war nicht auf dem Onlinemarketing Stammtisch, welcher am Vorabend abgehalten wurde. Da bin ich lieber mal pünktlich ins Bett gegangen, um dann morgens früh genug zum Kosmos zu gehen. War auch ganz gut so, denn ich musste nur ganz kurz in der Schlange anstehen…

Schon beim Vorkaffee habe ich mit dem Networken begonnen und einen netten Kontakt aus dem KMU-Inhouse-SEO-Bereich (*g*) kennengelernt. Zwischendurch die üblichen Verdächtigen begrüsst und dann ging es mit geringer Verspätung zur Keynote von Mike Grehan. Super Typ! Wir bekamen noch mal etwas Geschichte, etwas Ausblick und ein paar nette Gedanken mit auf den Weg. Für mich eine gute Einstimmung auf das Event als solches. Merkt Euch Social Signals!

SEA: Was machen Top Performer im SEA anders?

Evert Veldhuijzen, Thorsten Piening, Ron Hillmann
Zuerst hat uns Thorsten ein paar (7) Tipps gegeben, die eigenen SEA Kampagnen zu optimieren. Nicht so viel neues dabei und für mich auch kein Geheimnis der “Top Performer”. Ein paar Sachen waren mal wieder als Auffrischung gut zu hören, wird uns aber jetzt nicht so weit nach vorne katapultieren. Beim Thema Internationalisierung kamen ein paar Themen auf.

Scheinbar hat Ron hier gerade Bedarf und hat die Experten glatt mal gefragt. Evert hat hin und wieder durchblicken lassen, was Top Performer in dem Bereich tatsächlich machen. Bei Thorsten kam es bei mir nicht so wirklich rüber. Internationalisierung ist für mich/uns jetzt nicht so relevant, da waren die 2-5 Sätze zum Thema mobile schon wichtiger. Hier sehe ich auch noch eine Menge Potenzial (heranwachsen) und das sollte man nicht verschenken.

Conversion Optimierung: Mehr rausholen aus dem kostbaren Traffic

Lennart Paulsen, Karl Kratz
Karl höre ich immer besonders gerne. Ich kam mir bei seiner Eingangsfrage etwas als Streber vor, da ich anscheinend der einzige war, der schon mal etwas zum Thema Destruktion gelesen hat. Ich lese halt so ziemlich alles von Karl und da kommt sowas auch schon mal vor… Naja, Karl und Lennart haben unterschiedliche Seiten der Conversion Optimierung betrachtet und das war auch gut so. Karl hat das Thema Destruktion sehr schön dargestellt und alle Welt hofft jetzt darauf, die noch zu veröffentlichenden Folien zu verstehen.

Karls Ansatz lässt sich auf viele Bereiche anwenden, wie meine kurze Unterhaltung gegen 00:30Uhr mit Karl zeigte. So hat er mir noch ein paar Überlegungen mit nach Hause gegeben. Danke Karl. Ich sage nur: “Versetzt Euch in Euer Produkt!”
Jetzt wird getestet und frei nach Karl Kratz: “Die Frage ist nicht, ob etwas getestet wird, nur wie viel wir es testen (oder wie viel Traffic/Geld/Zeit wir darein investieren)”

Lennart hat es dann wieder eher auf die “klassische” Conversion Optimierung bezogen und uns einige Beispiele gezeigt, wie man mit recht einfachen Schritten die Conversion einiger Seiten/Landingpages verbessern konnte. War mal wieder schön, ein paar Cases zu sehen, wenngleich da auch nicht der Schlüssel zum heiligen CRO Gral zu finden war. Der Trick, der dahinter steht ist eigentlich: viele Landingpages schnell erstellen zu können, um sie dann gegeneinander zu testen.

Die beiden haben die anschließenden Fragen locker beantwortet und ich habe mir von beiden ein paar Gedanken mitgenommen.

=> Karls Omcap 2011 Recap

Universal Search: Was kommt noch alles in die SERPs und wie kann man partizipieren?

Niels Dörje, Martin Mißfeldt
Dies war mein erster Kontakt mit Niels und ich bin froh, ihn nun auch mal gesehen und gehört zu haben. Aus seiner Historie bei Google heraus kennt er natürlich ein paar insights und hat in den wenigen Minuten seines Vortrags ein paar Fragezeichen und auch Ausrufezeichen in die Gesichter des Publikums gezaubert. Zusammenfassend kann man sagen: Schau Dir an, woher Google bei den einzelnen Diensten die Daten nimmt und überlege Dir, wie Du dort entweder auch eine Quelle werden kannst, oder wie Du Dich und Dein Produkt (oder Webseite) unterbringen kannst. Ich habe mir hier wirklich einige Gedanken und Ideen notiert, die ich in den nächsten Tagen mal durchspinnen muss. Danke Niels.

Martin ist der bekannteste “Bilder-SEO” in Deutschland und hat versucht, uns ein wenig zu schocken. Seine Kernaussage: Die Universal-Ergebnisse bzgl. Bilder, Videos, News werden weiter verschwinden, aus den One-Boxen werden ganz normale Ergebnislistings und auch dort werden dann so nette Spielchen wie +1 und dergleichen funktionieren. Er glaubt, dass Google die Nutzer in die einzelnen vertikalen Suchen (Bildersuche, Videosuche…) erziehen will und die Suchergebnisseiten wieder aufräumt.

Puh. Weiß ich noch nicht. Aber Martin sagt ja auch, dass er dies glaubt und glauben kommt ja nicht von Wissen 😉

Was für mich auch in Deutschland mal angebracht wäre, wären Metabegriffe, die Google veranlassen, die jeweiligen Ergebnisse zu optimieren. Sprich: Suche ich nach Katze, will ich Ergebnisse zum Thema Katze (Katzenpflege, Katzenernährung…). Suche ich jedoch nach Katzenbilder, sollen auch nur Bilder angezeigt werden. Ihr versteht mich schon, oder?

Leider hat Niels ein paar Minuten von Martin geklaut, so dass wir auf jeden Fall Martins Blog im Auge behalten sollten, da dieser seine Ideen dort noch mal der breiten Masse zur Verfügung stellen will.

Mittag

War lecker. Ehrlich. Und am Mittagstisch habe ich noch ein paar nette Leute kennengelernt, mit denen ich noch etwas über die verschiedenen Tracks gesprochen habe.

SEO: Planung, Umsetzung und Steuerung interner Linkstrukturen

Jens Fauldrath, Jonas Weber, Astrid Staats
Jens trat hier “nur” als Moderator auf, aber dies alleine ist immer schon einen Besuch wert.
Es ging um den grundsätzlichen Aufbau einer internen Verlinkung. Jonas zeigte uns noch mal, wie schwer es ist, natürliche Links auf Produktseiten zu bekommen, und brachte den Ansatz auf den Schirm, Infoseiten zu erstellen, die quasi zwischen der Startseite und den einzelnen Produktseiten liegen und natürliche Links einsammeln. Durch eine geschickte interne Verlinkung kann man dann die Produktseiten mit guten Keywords verlinken. Externe Verlinkungen mit harten Keywords werden seiner Meinung nach bereits entwertet und hier hilft dann die interne Verlinkung, um den Suchmaschinen die Themen der Unterseiten nahezubringen.

Ein Blog hilft, eben diese Infoseiten aufzubauen und Links zu bekommen. Aber ganz wichtig: Es sollen auch wirklich interessante und verlinkenswerte Artikel sein. Es gibt ein paar sehr gute Beispiele, wie dies umgesetzt wird. Ein Beispiel aus der Szene: Marcus Tober mit dem Searchmetrics Blog (wobei auch Johannes mit dem Sistrix News einige Links einsammelt). Was sehr viele vergessen, wenn sie Infoseiten erstellen: Es geht nicht um die 300 Worte 3-Sterne Textbroker Texte, sondern um Texte, die einen großen Mehrwert haben und Links sammeln.

Anschließend hat er noch ein paar kleine Tipps gegeben, um die Standard-Probleme zu lösen. Kleine Beispiele: Impressum, AGB und co auf einer Seite sammeln und aus 3 Links (unterseiten) nur 1 machen. Erhöht damit einfach die “Power” auf die einzelnen Links.

Astrid hat das Thema mal etwas schmunzelnd betrachtet und uns die 10 Gebote der internen Verlinkung vorgestellt. Hier gab es eine kurze Auffrischung über die Grundregeln. Es ging noch mal um das Thema, wie kann ich vernünftig, User-orientiert die Verlinkung aufbauen. Sehr schöne Punkte und ich freue mich schon auf eine mögliche Online-Version der 10 Gebote. Besonders schön fand ich Astrids Version eines Wunsch-CMS. Dort hat sie alle Punkte eingebaut, die eine Automatisierung bzw. Unterstützung zur internen Verlinkung bieten. Eigentlich genau das richtige für einen WordPress-Pluginentwickler. Astrid freut sich über alle Meldungen, potenzieller Umsetzer. 🙂

In der Fragerunde ging es noch mal darum, wie man Paginierungen und auch Kategorien richtig einsetzt. Ein klarer Punkt für Kategorienseiten: no index/follow Sprich: Nimm es nicht in den Index auf aber folge den Links.
Kleiner Side-Tipp: Es gab wohl eine Meinung, dass man auch bei diesen Seiten Titel und Description optimieren sollte, um so das bestmögliche rauszuholen. Klingt nicht verkehrt, sollte man mal ausprobieren.

Controlling: Online Marketing KPIs für SEO und andere Kanäle


Jens Fauldrath, Stefan Fischerländer, Marcus Tober

Jens hat auch diese Session moderiert. Er ist ein sehr aufmerksamer Zuhörer und kann auch die richtigen Fragen stellen, falls das Publikum eher passiv bleibt. Stefan (Gipfelstolz) hat wunderbar ein paar der wichtigsten KPIs zusammengefasst und es auch auf den Punkt gebracht: Es kommt immer darauf an. Also wirklich jetzt. Klar. ein Sichtbarkeitsindex ist ganz nett, bringt aber nichts bei Nischenbereichen. Backlinkanzahl ist zwar auch ganz nett, aber nach welchen Daten gehe ich und habe ich eine echte historische Entwicklung? Besucherzahlen, die Conversionrate und entsprechend die relevanten Ziele (Leads,Sales…) passend zu meinem Geschäftsfeld.

Marcus hat versucht ein paar Post-Panda Kennzahlen zu sammeln. Dazu hat er natürlich auch sein Tool benutzt, dennoch werte ich diese Session nicht als Verkaufsveranstaltung (wenngleich er den Besucher einen drastischen Rabatt eingeräumt hat). Auch er betonte wieder, dass sich social signals immer mehr durchsetzen und als relevante KPIs betrachtet werden sollten. Das man auch hier keine Pauschalen Aussagen treffen kann, ist klar. Eine Hip-Hop-Bude wird deutlich mehr soziale Signale generieren, als eine B2B Firma, die langweilige Nischenprodukte verkauft.

Als Ergebnis sollte sich jeder bewusst sein, dass man sich selbst zuhause hinsetzt, die relevanten KPIs für sein Gebiet definiert und diese zu regelmäßigen Zeitpunkte erfasst. Nur dann ist eine Entwicklung erkennbar. Oder vergleicht Ihr die Trafficzahlen eines regnerischen Vorweihnachtsdonnerstag mit dem Traffic von Heiligabend? Also: Definieren, regelmäßig messen und daraus Schlüsse ziehen. Mein persönlicher Tipp: Nie (wirklich nie) einfach unkommentiert an mögliche Entscheider weiterreichen.

Kaffeepause

Lecker Kuchen, super Unterhaltungen (Social Signals!) und Frau Radünz erscheint dann auch auf der OMCap….

eCommerce: Wie ist der Wertbeitrag unterschiedlicher Onlinemarketingkanäle?

Alexander Holl, Oskar Stenzel
Tja, hier kommen wir zu einer Verkaufsveranstaltung von Oskar Stenzel, der hier etwas Crosschannel Attribution/Analyse in der Theorie und der aktuellen Wirklichkeit in seinem Tool vorgestellt hat. Nur sehr sehr wenige Besucher sollten überhaupt in der Lage sein, solch ein Tool wie efficient Frontier einzusetzen. So benötigt man doch eine menge Conversions und auch das nötige Kleingeld, um hier analysierend und steuernd einzugreifen. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass er in dem Thema aufging, so konnte er es nicht fassbar vorstellen und damit blieb bei mir leider nur der Verkaufsversuch hängen. Schade.

Das exakte Gegenteil präsentierte Alexander Holl. Statt an toten Folien zu arbeiten, zeigte er uns live den Zugriff auf seinen echten Analytics Account und zeigte dort, wie man einiges zum Thema Crosschannel kostenlos aus Analytics ziehen kann. Beeindruckend und sehr schön präsentiert. Wer ein SEO Seminar benötigt ist bei 121 Watt mit Sicherheit sehr gut aufgehoben. Damit sollte sich dann auch der Besuch für die meisten Zuhörer wieder gelohnt haben 😉
Sollte ich demnächst wieder die Chance haben, Alexander zu hören, werde ich die Chance wahrnehmen.

Linkaufbau: Blackhat vs. Whitehat

Dominik Wojcik, Maik Metzen
Tja, was hier gesagt wurde, muss unter uns bleiben…. Quatsch. Also Maik hat uns eigentlich nur eine Zusammenfassung der möglichen Linkquellen aufgezeigt und damit in meinen Augen wirklich eine Chance vertan. Gern hätte ich ein Duell mit Dominik gesehen. Die Guten gegen die Bösen nicht ganz so Guten. Aber daraus wurde leider nichts.

Dominik kennt das Gebiet der dunklen Seite der Linkmacht und hat diese wieder eindrucksvoll gezeigt. So begann er zuerst mit einer kleinen Entwicklung des Blackhat-SEO von 2001 bis heute und zeigte dann, was 2011 so funktioniert.
=> weiße Schrift auf weißem Grund, doorways, cloaking, link listen, blogspam, xrumer, widgets, russenlinks, link wheels

Dazu nahm er sich ein Projekt zur Brust, welches in kürzester Zeit hohe Sichtbarkeit erreicht und wie solch eine Sichtbarkeit erreicht wurde, ohne eigene Inhalte und “echte” Links. Das man die Sichtbarkeit auch noch retten kann, ist schon bedrohlich. Im Anschluss erzählte er noch etwas freier und es wurden Fragen beantwortet, wie z.b. was man machen sollte, wenn man auf einmal von dunklen Links bedroht wird. Hier prägte Andre Alpar den Spruch des Tages: Vorne ist gut. Hintergrund: man kann auch durch solche Links profitieren. Beobachtung ist besser, als übereiltes Handeln.

Ein schöner Abschluss. Wir haben Hunger.

Drinks & Networking

Alle haben Hunger und vergessen, dass das Buffet erst um 19:00 aufmacht. Das Ergebnis sieht man auf Twitter. Also trinken wir mit leerem Bauch Alkohol und vertiefen das Networken. Auch nicht schlecht, alle haben ja ein Gesprächsthema 😉

Dinner & OMCap Party

Essen war wiederum sehr gut und wir können danach weiter networken und Party machen. Ich bin im Nachhinein froh, dass es eher ein Networken wurde, als eine Party. So konnte ich bis nach 0:00Uhr nette Gespräche führen, mir von Karl noch kurz über Dekonstruktion bei uns philosophieren und einige Ideen mitnehmen. Achja, gezeichnet wurde ich auch noch von Comiczeichner Marvin Clifford. Coole Sache.

Fazit

Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wegen der Vorträge, der Veranstaltung in Summe, wegen der Location, dem Essen und nicht zuletzt wegen all der tollen Leute (z.b. Stefan, Danny, Stephanie, Max, Andreas, Sören, Simon, Fabian, Christian, Fabian, u.v.m. ) dort. Danke für alle Gespräche und Kontakte. Danke Andre, ich würde 2012 wieder kommen.

Recaps

Übernommen von den Trainees via Danny 😉

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